Vom Bodyindex zum Körpergefühl

Denkst du auch manchmal, du solltest schon längst über dieses ganze Gerede von Bikinifigur und perfektem Strand-Outfit hinaus sein? Hast vielleicht Kinder großgezogen oder bist noch voll im Muttersein, stehst deine Frau im Beruf und hast schon etliche Schwierigkeiten gemeistert in deinem Leben? Und immer noch erreichen dich die Botschaften derer, die alles, vor allem an uns Frauen messen und normen wollen. Taillenumfang, Busenumfang usw.

 

Ich möchte dich einladen, die äußeren Augen zu schließen und dich selbst und auch die Welt mehr mit deinen Sinnen wahrzunehmen. Und dich gerade jetzt dich nicht von möglichen äußeren Bewertungskriterien kirre machen zu lassen und stattdessen bei dir und deinem Gefühl für dich zu bleiben.

Nein, auch ich habe keine sogenannte Traumfigur. Die hatte ich noch nie. Es ist auch noch nicht so lange her, dass ich wirklich Frieden mit meinem Körper geschlossen habe. Durch das Freie Tanzen habe ich zwar schon vor vielen Jahren gelernt, dem Fluß meines Körpers zu folgen und diesen zu genießen. Die wirkliche Wende aber haben regelmäßige innere Körperreisen mir gebracht.

 

Das ist auch mein 1. Tipp für dich:

Gönne dir täglich eine kleine Portion Körperwahrnehmung, am besten kombiniert mit einer Entspannungsübung wie z.B. dieser hier.

 

Mein 2. Tipp:

Bevor du morgens aufstehst, nimm dir einen Moment Zeit, nimm deinen Atem wahr, öffne dein Herz für dich selbst - und schenke dir eine Umarmung. Wenn du magst, kannst du anschließend deine Fingerspitzen sanft über deine Arme, Schultern, über dein Gesicht streichen lassen.

 

Du bist morgens im Bett nicht ungestört oder hast nicht die Ruhe dazu? Macht nichts. Du kannst diese "Übung" auch im Bad machen. Diese ein oder zwei Minuten werden dich sehr viel liebevoller für dich selbst in den Tag starten lassen.

 

Und ja natürlich: Bewegung ist Elexier für unsere Körper. Aber auch ich habe nicht jeden Tag Lust darauf oder lasse mich von anderen "wichtigen" Dingen ablenken. Das macht gar nichts, solange ich mich dafür nicht schelte. Ich weiß das mir Bewegung unglaublich gut tut und ich immer wieder dort hin zurückfinde. Da ich gerne Abwechslung mag, habe ich eine kleine Auswahl an Möglichkeiten, auf die ich je nach Lust und Zeit zurückgreifen kann. Zur Zeit bevorzuge ich ein BellyDance Workout, das mir hilft meinen Körper geschmeidig und meine MItte stark zu halten. Welche Bewegung macht dir Spaß? Bist du eher jemand, die es liebt immer die gleichen Übungen zu machen? Oder brauchst du Abwechslung? Dann stelle dir ein kleines Repertoire zusammen, um dir dein kleines Fitnessprogramm so richtig passend zuzubereiten. Mach eine Yogaübung.

 

Leg dir eine schwungvolle Musik auf und tanze 5 Minuten! Genieße deine Bewegungen, deinen Körper. Das sind 5 Minuten, die du in dich investierst.

 

Das war mein 3. Tipp für dich. Ich mache am liebsten abends ein kleines Workout. Dann komme ich morgens viel besser aus dem Bett. 


Was hilft dir, dich in deinem Körper wohl zu fühlen und dich unabhängiger von äußeren Bewertungskriterien zu machen? Schreib etwas darüber! Ich lade euch ein, uns darüber auszutauschen.


Herzlich,

Katrin


Foto: Steffi Rose

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Sabine (Montag, 20 Oktober 2014 11:16)

    Liebe Katrin,

    das ist jetzt nicht direkt eine Antwort auf Deine Frage...gehört aber zu dem Thema, das Du hier ansprichst.

    Am Wochenende sah ich ein Tanzstück von einer älteren Tänzerin, Susanne Linke, und dem ebenfalls nicht mehr jungen afrikanischen Tänzer Koffi Kôkô (beide in den 40er Jahren geboren). Das Zuhausesein der beiden in jedem Bereich des Körpers fand ich sehr inspirierend…wunderbar zB., einfach zu sehen, wie Füße gehen – ganz wach, ganz anwesend, ganz lebendig. Zuzuschauen machte Lust, diese innige Verbundenheit mit dem eigenen Körper herzustellen….Lust zu lernen, kennen zu lernen…

    …ich schreibe das; weil es mit Deiner Arbeit zu tun hat – egal wie alt man ist, egal wie man aussieht…es ist möglich, den ganz eigenen Zugang zum Körper wachsen zu lassen…sich damit ein vertrautes Zuhause zu schaffen…es ist möglich, mit dem Körper zu kommunizieren, mit ihm und von ihm zu lernen…es ist möglich sein breites und tiefes Sensorium immer mehr kennen zu lernen, zu nutzen und zu genießen….

    Ich selbst befrage gern meinen Körper, was er braucht und folge dann der Antwort. - Eine bestimmte Bewegung, Dehnung...Ruhe, eine Körperhaltung...
    Es ist immer erfüllend, in diese Verbindung zu kommen - aber die Entschlusskraft, mich hinzuwenden, ist oft verschüttet unter scheinbaren äußeren, praktischen Notwendigkeiten....

    Zurück zu den inspirierenden Tänzern - ein Zitat aus der Programmzeitung der Akademie der Künste:

    "....Für Koffi Kôkô ist das 21. Jahrhundert das Jahrhundert der Spiritualität, in der unser Verhältnis zur Welt aus der körperlichen Erfahrung heraus mitbestimmt wird.
    „Wie können wir uns dem einfachen Leben zuwenden? Die Einfachheit wird essentiell sein, um einen inneren und äußeren Frieden zu finden. Das wird ohne die Beschäftigung mit dem Körper nicht möglich sein. Der Körper, der in den großen Religionen aus der spirituellen Erkenntnis ausgeschlossen wurde, muss eine zentrale Rolle spielen. Wenn man sich die verschiedenen Zivilisationen anschaut, dann hat der Körper drei zentrale Funktionen. Der Körper ist die Basis unserer materiellen Existenz, ist der Speicher unserer Erinnerung und das spirituelle Medium der Veränderung. …………….“



    Herbstliche Bewegungsfreude wünscht Dir und allen Lebenstänzerinnen Sabine.

  • #2

    Katrin (Mittwoch, 22 Oktober 2014 00:34)

    Danke dir für dein Mitteilen, Sabine! Ja es ist schön und inspirierend wenn Menschen wie Susanne Linke uns zeigen, dass Schönheit von innen kommt. Anmut und Grazie nicht zwangsläufig mit dem Alter verschwinden müssen. Unsere klassischen Schönheitsidealen: jung und knackig tun wohl eher den Verkaufszahlen der Medien und der Schönheitsindustrie gut als uns Menschen, Frauen. Gott sei dank tut sich da etwas seit einiger Zeit. Immer mehr Stimmen werden laut um neue Wege zu zeigen, mit unserem Körper umzugehen.

    Ich habe vor vielen Jahren eine wunderbare Tanztheatervorstellung mit den Senioren des Netherlands Dance Theatre gesehen. Es war so wunderbar! Die Ästhetik, die Tiefe, die Anmut und Demut in den Bewegungen der Tänzerinnen. Das ist mir bis heute in Erinnerung. Es gibt sie, die den Mut haben zu sich zu stehen - folgen wir ihnen und tanzen unseren LebensTanz! Mal wild und expressiv, mal sanft und leise. Ganz Frau eben.

  • #3

    Sabine (Donnerstag, 23 Oktober 2014 13:27)

    ....ja da kommt mir der schöne Film über die Tänzerin Anna Halprin in den Sinn – nicht nur ihre eigene Anmut und Schönheit, ihr Tanzen in der Natur als über 80jährige….
    …sondern besonders auch die Szene, wo sie dicke, bewegungseingeschränkte, alte Menschen, mehr oder weniger nur sitzend etwas machen können, einlädt zum Körperausdruck – es ist so schön, die Lebensfreude und Bewegungsfreude erwachen zu sehen!

    ....und manche Lebenstänzerin kennt sicher die Geschichte der "Schmetterlingsfrau" aus dem Buch "Die Wolfsfrau".
    In einem indianischen Ritual ist das kein zarter, süßer junger Flattervogel - sondern eine dicke, runzlige Alte, die den Nektar ihrer Weisheit tanzend verteilt an die Jüngeren.

    Es gibt viele Künstlerinnen und Künstler, die die Bilder der Schönheitsindustrie infrage stellen - zum Glück....