Warum du der Sanftheit in dir mehr Raum geben solltest

© Sonyara - Fotolia.com
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Im letzten Blogartikel hatte ich darüber geschrieben, dass wir Frauen dazu erzogen wurden, immer für andere da zu sein und viel von uns selbst zu erwarten. Es gab Zeiten, da war das überlebenswichtig. Die Trümmerfrauen nach dem 2. Weltkrieg haben sehr viel geleistet. Haben ihren Mann gestanden, geackert, geschuftet, viel geschafft. In den letzten Jahrzehnten haben Frauen gelernt, mit männlichen Mitteln und Waffen zu kämpfen, um dort hin zu gelangen, wo sie meinten hinzuwollen. Ich will das gar nicht infrage stellen, fühle aber das da etwas auf der Strecke bleibt bei dem vielen Aktionismus im Außen.

 

Das Stille, das Sanfte, das Zarte.

Die feminine Seite in uns Frauen. Und nicht das wir uns falsch verstehen, ich meine damit kein passives Erdulden. Nein, ich meine sich selbst liebevoll in den Arm nehmen, sich fallen lassen in die Arme der Seele oder Gott, Göttin oder wie auch immer du das nennst.


Oft wohnt in uns ein kleines Mädchen, das als es klein war, eben nicht genug gehalten, getröstet und liebkost wurde. Das hätte es aber gebraucht. Heute meinen wir groß und stark zu sein. Wenn du es in einem stillen Moment zulassen kannst, wirst du bemerken, dass dieses kleine liebebedürftige Mädchen noch immer in dir wohnt und sich nach Zuwendung sehnt.


Ich bitte dich, sei so großherzig und gib ihr diese Zuwendung. Schließ es in deine Arme und versprich ihr für sie da zu sein. Wenn du das tust, erhältst du die treueste und inspirierendste Freundin, die du dir vorstellen kannst.


Ich selbst verwende oft ein inneres Bild von einer urgemütlichen runden Urmutter, in deren Arme ich sinken kann, wann immer ich will und in deren Schoß jederzeit Platz für mich ist, wenn ich Trost und Schutz brauche.


Was gibt dir das Gefühl, dich so richtig fallen lassen zu können und  deine Sanftheit zulassen zu dürfen?


Es wird dein Leben und dein Erleben unglaublich bereichern, wenn du deiner Sanftheit mehr Raum gibst, in deinem Inneren und in deinem Leben. Noch ein Tipp, halte dich von Lästermäulern und Neidern lieber fern. Suche dir Gleichgesinnte, wenn du das Bedürfnis hast dich darüber austauschen zu wollen.


Wie geht es dir mit deiner sanften Seite? Wo in deinem Leben kannst du ihr Raum geben? Ich freue mich wenn du deine Erfahrungen hier mit uns teilst.


Herzlich,

deine Katrin

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Kommentare: 2
  • #1

    Sabine (Montag, 13 Oktober 2014 13:02)

    Liebe Katrin!

    Danke, dass Du auf den Wert der Sanftheit aufmerksam machst – sie ist so tragend und wichtig
    - und bekommt doch oft zu wenig Beachtung.
    Sanftheit…habe ich als Kind nicht wirklich kennengelernt…Ich bin in einer sehr männlich geprägten Familie aufgewachsen, wo dem Praktischen, Rationalen viel Wert beigemessen wurde. Es waren Kunstwerke, bei denen ich Widerhall zu unerfüllten Bedürfnissen nach Sanftheit fand: Musik, Bilder, Gedichte….
    Die feminine Welt habe ich erst als Erwachsene, in vielen kleinen Schritten kennenlernt…Gelegenheiten gefunden zu übern und zu probieren…beim Tanzen, Malen, Massieren, Atmen…
    In der Natur fand ich aber schon immer – bis jetzt – Einladungen zur Feinheit und Sanftheit:
    der Duft und die Farben von Blüten, das Wiegen der Binsen im flachen Wasser, die Geräusche von Blättern im Wind, die fließende Bewegung eines Fischschwarms…
    Neben der Natur schenkt mir der Atem Sanftheit und Innerlichkeit. Seine Bewegung an sich kann ich als sanftes Fließen, Strömen und Wogen erleben.

    Die Kraft, die Du als Urmutter wahrnimmst, erlebe ich als Bärin, bei der meine kindlichen Seiten Schutz und Geborgenheit erfahren, entspannt spielen und Kraft schöpfen können.

    Sei herzlich gegrüßt von Sabine.

  • #2

    Katrin (Donnerstag, 16 Oktober 2014 08:18)

    Liebe Sabine,
    ja ich glaube viele Menschen, die die "weichen Werte" in ihrer Kindheit vermisst haben, sind später in kreativen Bereichen fündig geworden. Mir ging das auch so. Ich habe als Anfangzwanzigjährige beim Malen, Zeichnen, Singen, beim Töpfern und vor allem beim Tanzen meine sanften Anteile und meine Gefühle entdeckt und teilweise integriert. Kreative und künstlerische Tätigkeiten sind eine wunderbare und legitime Spielwiese für Erwachsene.

    Die Natur ist die Lehrerin für Sanftheit schlechthin. Sie kennt keine Ablehnung. Annahme pur - das ist sehr heilsam, wenn wir uns dafür öffnen können.

    Schön das du das so erfährst und uns mitteilst.
    Liebe Grüße Katrin