Wie deine Gefühle zu deinen Freunden werden

Wenn manche Gefühle bei dir anklopfen, denkst du dann auch manchmal:

Halt stop - dich hatte ich aber nicht bestellt!


Kennst du das?


Gefühle können manchmal ganz schön Achterbahn mit uns fahren und sie scheinen unberechenbar zu sein. Verflixt - da liegt der Schluss nahe, sie kontrollieren zu wollen. Aber genau lassen Gefühlen nicht mit sich machen.


Was nun? Was können wir tun, um einen entspannteren Umgang mit unseren Gefühlen zu bekommen?


Heute möchte ich dir den Weg vorstellen, den ich seit einigen Jahren gehe und der mir schon viel innere Gelassenheit und Heilung beschert hat. 


Gefühle - also unsere inneren Regungen wie Freude oder Traurigkeit wollen einfach nur gefühlt werden. Hört sich einfach an, oder? Ist es aber oft in der Praxis nicht. Die meisten Menschen denken ihre Gefühle anstatt sie wirklich zu fühlen.


Woher kommt das?


Als Kinder mussten wir unsere sogenannten negativen Gefühle oft unterdrücken, um nicht abgelehnt zu werden. Auch starke positive Gefühle waren nicht erwünscht. Sie waren suspekt und machten Angst - bloß nicht aus der Norm fallen! Diese Einstellung haben die meisten von uns noch vermittelt bekommen.


Was für ein Gefängnis das ist, in dem wir da sitzen, merken wir oft erst als Erwachsene. Manchmal erst wenn wir krank werden, an unserem Körper, an unserer Seele. Dann wird es höchste Zeit sich aus diesem Gefängnis zu befreien.


Doch es muss nicht zur Krankheit kommen. Wir können jetzt beginnen unsere Gefühle wahrzunehmen und sie anzunehmen.


Du bist nicht dein Gefühl


Noch bis vor einigen Jahren war ich oft stark mit meinen Gefühlen identifiziert. Als ich meinen Weg zu mir selbst begann, erlebte ich durch verschiedene kreative Techniken wie Singen, Tanzen, Theater spielen eine starke Öffnung und alle bisher verdrängten Gefühle und Emotionen wollten nach und nach an die Oberfläche kommen. Das war manchmal gar nicht einfach zu bewältigen. Ich produzierte ein paar Jahre lang kleine und größere Dramen in meinem Leben. Beziehungsdramen, Jobdramen, Krankheit ... Heute weiß ich, dass alle meine Erlebnisse dazu dienten, mich selbst besser kennenzulernen und mittlerweile weiß ich mein reiches Gefühlsleben zu schätzen und möchte mit niemanden tauschen ;-).

 

Wenn du von einem starken Gefühl erfasst wirst, mache dir zuerst das bewusst:

 

Du bist nicht dein Gefühl. 

 

Du bist ein Mensch, der ein Gefühl hat. Das ist ein großer Unterschied. Wenn du magst, gib deinem Gefühl eine Form und stelle es vor dich hin, schaue es dir an. Lasse einen Abstand zwischen dir und deinem Gefühl entstehen.

 

Gefühle kommen und gehen wieder. Mache dir das bewusst.

 

Je negativer du ein Gefühl bewertest, desto mehr hältst du es fest


Gemein, oder?


Nein, nicht wirklich. Das ist ganz normal.


Alle unsere Gefühle haben Botschaften für uns. Es gibt keine überflüssigen Gefühle. Unsere Aufgabe ist einfach, damit umgehen zu lernen.


Wie kommen wir nun dahin?


Zunächst hilft es, wenn du dir bewusst machst, dass du deinen derzeitigen Umgang mit Gefühlen erlernt hast. Vielleicht magst du mal schauen, was dir deine Eltern vermittelt haben ... das wird dir verständlich machen, wie du heute tickst. In Bezug auf die Bewertung deiner Gefühle. Außer deinen Eltern haben da sicher noch ein paar mehr Akteure an der Manifestation deiner Gefühlswelt mitgewirkt. Schau mal wer das war ... Großeltern ... Schule/Lehrer ... Kirche ...


Durftest du als Kind deine Eifersucht, deine Wut, deine Traurigkeit zeigen? Oder musstest du sie verstecken, weil dir sonst die Liebe, die du so sehr brauchtest, entzogen wurde?


Es sind nicht alle unsere Gefühle angenehm. Das wird auch nie so sein. Wir sind Menschen und wir haben uns dieses Leben als Menschen ausgesucht, um es in all seinen Facetten zu erfahren. Das tun, weil wir wachsen und uns entwickeln wollen. Wenn du es aber schaffst die negative Konditionierung oder Bewertung aus deinen Gefühlen wie Wut, Neid, Eifersucht, Ablehnung, Traurigkeit herauszunehmen, hast du dir einen großen Gefallen getan. Es ist nichts schlimmes daran, auf jemanden wütend zu sein, solange ich meine Wut nicht an demjenigen auslasse.


Gestatte dir alle deine Gefühle, auch deine negativen. Wenn du das nicht tust, werden sie bei dir bleiben. Solange bis du ihren Wert für dich erkennst und sie einfach durch dich hindurch fließen lassen kannst.


Manchmal hilft tanzen!


Frei Tanzen ist eine wunderbare Möglichkeit, mit deinen sogenannten negativen Gefühlen einen spielerischen Umgang zu lernen. Die Ketten zwischen dir und ihnen ein wenig zu lösen.

 

Hast du mal probiert, deine Wut in deine Arme fließen zu lassen und sie sich in eckigen kantig-scharfen Bewegungen ausdrücken zu lassen? Oder deinen Zorn in deine Füße fließen zu lassen und gegen den Boden zu stampfen?

 

Das fühlt sich unglaublich befreiend an. Probiere es. Dabei spürst du die Kraft dieser Emotionen und Gefühle in deinem Körper. Das ist wunderbar kraftvoll, macht Spaß und du spürst direkt deine Lebenskraft wachsen.

 

Tanzen kann dir helfen, deinen Gefühlen näher zu kommen und mit ihnen spielerischer umzugehen.

 

Jedes Gefühl hat eine Botschaft für dich


Jedes Gefühl will dir etwas mitteilen. Oft sind es Kleinigkeiten. Bei den schönen Gefühlen wie Freude, Fröhlichkeit, Leichtigkeit wird es dir sicher leicht fallen, ihre Botschaft zu fühlen. Sie wollen einfach gefühlt werden und dein Leben bereichern. Aber da ist noch viel mehr. Solche Gefühle sind manchmal auch Wegweiser: Oh das fühlt sich angenehm an, das möchte ich so richtig auskosten. Das kennst du sicher, oder?


Aber erlaubst du dir auch wirklich, deine schönen Gefühle voll und ganz auszukosten? Kannst du es zulassen, dass ein Wohlgefühl sich ganz in deinem Körper ausbreitet? Was es dir sagen will? Es will sich einfach dir schenken! Bist du auch dafür bereit es anzunehmen? Es zu genießen?


Wenn du das lernen willst, empfehle ich dir über einen längeren Zeitraum geführte Körperreisen zu praktizieren. Oder andere Entspannungsübungen zu machen. Du wirst deine Genussfähigkeit damit sehr steigern.


Welche Botschaften haben aber unsere negativen Gefühle für uns? Was soll es mir sagen, wenn ich eine starke Abneigung gegenüber einer Situation oder gar einer Person gegenüber empfinde? Wenn ich wütend oder zornig bin?


Schauen wir uns das mal an einem konkretem Beispiel an:


Du merkst, dass deine Kollegin immer wieder Ablehnung bei dir hervorruft. Da ist einfach ein unangenehmes Gefühl, wenn du an sie denkst. Du kannst dir das nicht erklären. Wenn du da mal genauer hin spürst, in einer ruhigen Minute bei dir zu Hause, merkst du vielleicht, dass da noch mehr ist. Du spürst vielleicht Neid. Vielleicht hat die Kollegin eine bevorzugte Stellung beim Chef und du nicht. Du fühlst dich benachteiligt. Vielleicht fühlst du dich auch in deiner Position auf deiner Arbeit nicht ausreichend gesehen und wertgeschätzt. Vielleicht bekommt diese Kollegin mehr Aufmerksamkeit oder Wertschätzung als du. All das erfährst du, wenn du dein Gefühl einfach mal zu lässt. Vielleicht kommst du sogar soweit, dafür sorgen zu wollen, dass du die Anerkennung bekommst, die dir zusteht. Dann hat dein anfängliches unangenehmes Gefühl deiner Kollegin gegenüber seine Funktion erfüllt. Seine Botschaft ist von dir gehört worden. Und du wirst merken, dass es dich loslässt.


Wenn wir die Botschaften unserer Gefühle entschlüsseln lernen, geben wir uns die Chance zu wachsen. Wir werden selbst zu der wichtigsten Autorität in unserem Leben.


Unsere Gefühle machen uns lebendig


Kannst du dir ein Leben ohne Gefühle vorstellen? Nicht wirklich, oder? Unsere Gefühle sind ein großartiges Geschenk unserer Seele an uns. Wir haben nur nicht gelernt mit ihnen auf eine natürliche und konstruktive Weise umzugehen.


Das lässt sich ändern!


Du kannst damit beginnen, einfach immer mal wieder am Tag deinen Atem wahrzunehmen und für einen Moment in dich hinein zu lauschen. Und hab keine Angst vor deinen Gefühlen. Wenn du dir regelmäßig ungestörte Zeit nimmst, ihnen zu lauschen, werden sie dafür sehr dankbar sein.


Nur wenn du glaubst, du könntest nur deine schönen Gefühle zulassen, und die anderen weglassen - muss ich dich enttäuschen. Du kannst dich entscheiden zu fühlen oder nicht zu fühlen. Aber wenn du deine Gefühle zulässt, dann wirst du sie alle kennen- und schätzen lernen. Es wartet ein unglaublicher Reichtum auf dich.


Lasse die Schatztruhe deiner Gefühle sich öffnen und dich deinen inneren Reichtum genießen.


Wenn du dabei Begleitung suchst - ich bin gerne für dich da! Im LebensTanz Kurs lernst du deinen Körper und deine Gefühle wahrzunehmen und deinen ganz eigenen Impulsen zu folgen. In telefonischen Einzelsitzungen begleite ich Frauen dabei, ihre Intuition zu stärken, in ihre Eigenmacht einzutreten und in Freude ihren ganz eigenen Lebensweg zu gehen.


Deine Katrin

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