Artikel über LebensTanz in der MAZ Sonderausgabe Juni 2019


INS ICH REISEN

 

"Bei mir soll es den Frauen gut gehen", sagt Katrin Ohlhoff, während sie in dem sanft beleuchteten Raum Matten verteilt. "Denn Veränderung passiert nur, wenn es einem gut geht. Leiden soll doch keiner." Jede Matte wird mit einer Decke belegt, denn warm haben sollen es die Frauen, die beim "Lebenstanz"-Kurs für anderthalb Stunden den Alltag hinter sich lassen und frei atmen wollen.

 

In der angenehmen Atmosphäre soll nichts die Entspannung stören, kein grelles Licht, keine kreischende Musik - ganz anders als bei so manchem Tanz in den Mai. Katrin Ohlhoff ist zwar Diplom-Tanzpädagogin, aber es hier geht nicht darum, festgelegte Tanzschritte einzustudieren. Tanz ist in diesem Fall eher der körperliche Ansatz für eine Meditation. In dem Haus in der Nähe des Borgsdorfer Bahnhofs finden auch Yoga- und Pilates-Kurse statt. Auch beim Lebenstanz kommen die Tänzerinnen ins Schwitzen. Doch geht es nicht darum, besondere Sportlichkeit oder Beweglichkeit zu beweisen oder zu üben. Wer hierher kommt, braucht weder Vorkenntnisse noch eine bestimmte religiöse oder spirituelle Einstellung.

 

"Lebenstanz richtet sich an Frauen jedes Alters, die sich gerne bewegen und Lust haben, in sich selbst hineinzuhören", erklärt Kathrin Ohlhoff. Seit zwei Jahren bietet die 45-jährige Oranienburgerin die Kurse an. Die meisten Teilnehmerinnen kommen regelmäßig einmal pro Woche, manche auch öfter. Diesmal sind es sechs Frauen. Sie setzen sich in bequemer Kleidung in einer Runde auf den Fußboden, beim Tee wird kurz geplaudert. Dann ertönt nur noch Katrin Ohlhoffs ruhige Stimme, die sanfte Anweisungen zur Rückenentspannung erteilt. Dann wird etwa eine Dreiviertelstunde mal zu sphärischen, mal zu rhythmischen Klängen getanzt. Die Frauen folgen den samischen Gesängen der Norwegerin Mari Boine und Loreena McKennitts kanadischem Folk mit großen, kreisenden Bewegungen barfuß durch den Raum. Bei mehr rockigen Titeln sind zwischendurch auch energische, zackige Schritte zu sehen. Jede Tänzerin drückt sich aus, wonach ihr ist und das so kraftvoll wie sie möchte. Allmählich zieht sich jede beim Tanzen in sich selbst zurück.

 

Zum Abschluss des Kurses kommen alle bei der Tiefenentspannung zur Ruhe. Es ist eine Reise in den eigenen Körper und den eigenen Geist. "Spüre deinen Atem, spüre die Haut vor deiner Stirn", sagt Katrin Ohlhoff leise. "Such dir einen Ort in deiner Erinnerung oder in deiner Fantasie, an dem du dich wohlfühlst." Vom Kopf bis zu den Zehen wird jedes Körperteil entspannt. Noch einmal sind nach einer Weile alle ganz bei sich. Ein anstrengender Tag im Geschäft, im Büro oder am Computer klingt gelassen aus.

 

geschrieben und fotografiert von Heike Weißapfel, erschienen im Oranienburger Generalanzeiger am 24.April 2013

Hier findest du den Artikel im Original und online.


Märkische Allgemeine vom 12.10.2013

Den Tanz erleben

Katrin Ohlhoff bietet spezielle Kurse für Frauen an

Von Anja Lindemann

 

„Tanzen bietet eine Chance, mich auszudrücken und mich selbst zu fühlen. Aber es ist auch ein Spiel mit dem Körper und der Musik“, sagt die Tanzpädagogin Katrin Ohlhoff. Seit zweieinhalb Jahren bietet sie Tanzkurse für Frauen an. „Sich selbst entdecken und sich ausleben steht dabei im Vordergrund. Es geht auf gar keinen Fall um Konkurrenz“, sagt Katrin Ohlhoff. Die Oranienburgerin sitzt mit drei Frauen im Kreis. Die anderthalb Stunden beginnen mit einer Meditation. „Diese bringt Entspannung. Der Geist kommt nach dem stressigen Alltag zur Ruhe“, erklärt Ohlhoff. Darauf folgt eine Warm-up. Mit langsamen Bewegungen sollen alle Muskeln aufgewärmt werden. Der Hauptteil der Veranstaltung ist das freie und intuitive Tanzen. Die Leiterin Katrin Ohlhoff gibt Anregungen, aber jeder darf sich bewegen, wie er möchte. Schließlich folgt eine Phase der Tiefenentspannung. Als Ausklang der Stunde setzten sich die Frauen wieder in einen Kreis. Die Lebenstanzkurse seien eine Reise zu sich selbst. Das Gepäck, also die Gedanken und Sorgen, die jeder täglich mit sich trägt, sollen abgelegt werden. „Man könnte sagen, in meinen Stunden soll eine Leichtigkeit entstehen mit der man durch das Leben tanzt“, beschreibt die Tanzpädagogin ihre Ziele. Jeder, der neugierig und zwischen 30 und 65 Jahren alt ist, ist eingeladen, Bewegungen auszuprobieren und sich auf sich selbst einzulassen.


Durch Tanz und Entspannung in Kontakt zu sich selbst

 

„Ich begleite Menschen in Wachstumsprozessen mit kreativen Methoden aus Tanz und Entspannung“, sagt Katrin Ohlhoff. Die Oranienburgerin ist ausgebildete Tanzpädagogin.

Nach Fortbildungen in Neuem Tanz, Kreistanz, Tanztherapie nach Anna Halprin und Integrativem Theater begann sie 1998 zunächst mit Kindern und Jugendlichen sowie mit behinderten Menschen zu arbeiten.

Aus ihren Erfahrungen und Erkenntnissen durch die intensive Beschäftigung mit Heilarbeit, Entspannungstechniken heraus entwickelte sich ihre jetzige Arbeitsweise. „Hier verbinde ich kreative Techniken aus der Tanz- und Theaterarbeit mit Entspannungsmethoden und Meditation“.

 

So beginnen und enden die Tanzabende jeweils mit einem Meditationskreis. „Entspannung und Tanz helfen, mehr in Kontakt mit sich selbst zu kommen“, sagt Katrin Ohlhoff. LebensTanz hat sie ihr Kursangebot überschrieben. „Die Abende fangen mit Stille an, gefolgt von freiem Tanzen nach Impulsen der Lehrerin. Abschließend gibt es meist eine Körperreise. LebensTanz hilft sehr, bei sich anzukommen und ist zwischendurch manchmal durchaus schweißtreibend“, beschreibt eine Kursteilnehmerin ihre Erfahrungen.

 

erschienen im Juli 2012 im Märker